Das alltägliche Objekt: Eine Jugendweihe-Urkunde
Das alltägliche Objekt des Monats Mai ist eine Urkunde, die viel über die besondere Praxis der Jugendweihe in der DDR erzählt. Die Jugendweihe ist ein weltliches Fest für den Übergang ins Erwachsenenalter und eine atheistische Alternative zur Konfirmation oder Kommunion. Sie entstand im 19. Jahrhundert und wurde in der Weimarer Republik vor allem in linken Kreisen wie der KPD und den Gewerkschaften praktiziert. Während der NS-Zeit wurde sie verboten und durch Feiern der Hitlerjugend ersetzt.
In der DDR wurde sie auf staatliche Bestrebungen hin wieder aufgegriffen. Vor der Feier gab es monatliche Vorbereitungsstunden mit Inhalten wie Politik, Besuchen in KZ-Gedenkstätten und einem abschließenden Gelöbnis auf den Sozialismus. Mehr über die Jugendweihe und die kulturellen Praktiken in der DDR erfahren Sie bei einem Besuch im DDR-Museum Pforzheim.

