Wie ist das DDR-Museum Pforzheim entstanden?

Klaus Knabe, der Gründer des DDR-Museums in Pforzheim, erinnerte sich:

Klaus Knabe (1939-2012)

„Kurz vor dem Mauerbau 1961 flüchteten meine Frau und ich nach West-Berlin. Als ab Mitte der 60er Jahre Besuchsreisen genehmigt wurden, hielt ich die Verbindung mit der alten Heimat aufrecht. So erlebte ich auch den Mauerfall während eines Besuchs in der DDR. Das war auch für mich ein unfassbares Erlebnis.

Fortan nahm ich bei vielen Besuchen in meinem Auto alles mit, was über Nacht wertlos geworden war. Freunde aus Ost und West halfen mir dabei. An der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, in ehemaligen Stasi-Gefängnissen und bei Sammlerkollegen wurde ich fündig. Das war ein mühseliges, teures und zeitaufwendiges Unternehmen.

Am 12.9.1998 wurde offiziell das „DDR-Museum“ mit meiner „Sammlung zur Geschichte der DDR“ im ehemaligen Kindergarten der französischen Streitkräfte in der Hagenschießstraße eröffnet. Der Zuspruch der Bevölkerung, besonders die wachsende Zahl von Schulklassen, die das Museum besuchen, machte uns Mut.

Im Jahr 2000 gründeten wir den Verein „Gegen das Vergessen e.V.“. Bis heute bestreiten wir gemeinsam und ehrenamtlich alle Aktivitäten des Museums. Seit 2003 können wir Dank der Hilfe unserer Stadt und der Unterstützung der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ unser „lebendiges Geschichtsbuch“ auf insgesamt drei Etagen in zwölf Räumen gut präsentieren.

Für die Führung von Schulklassen fördert uns das Kultusministerium Baden-Württemberg durch die Bereitstellung von Lehrern z.Zt. mit einem acht – Wochenstunden-Teildeputat.“

 

Klaus Knabe würde sich übrigens freuen: Im letzten Jahr haben mehr als 3.300 Menschen die Sammlung besucht – darunter mehr als 60 Schulklassen!

Aus der anfangs „spontanen Sammlerwut“, gepaart mit seiner Freude über den Untergang der Diktatur ist dank des Gründers ein Lernort für Demokratie entstanden.

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