Bunte Beine -Bunte DDR? Die Dederon-Mädchenstrumpfhose

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Eine Mädchenstrumpfhose als neues Besonderes Objekt

Mit diesen Strumpfhosen konnte man für 7,30 Ostmark die DDR wortwörtlich am Bein tragen: Sie bestehen aus Dederon. Dieses Kunstwort wurde in Anlehnung an die westliche Kunstfaser Perlon zusammengesetzt aus ‚DDR‘ und der Silbe ‚on‘.

Dass die Polyamidfaser ab 1959 auch in Ostdeutschland erhältlich war, hatte seinen Grund in den Entwicklungen in Westdeutschland. Hier fand Perlon in den Nachkriegsjahren Verbreitung und Beliebtheit. Die DDR-Wirtschaft spürte daher Druck aus zweierlei Richtungen: Einerseits sollte ein gewisses Konsumbegehren erfüllt werden, andererseits musste man auf westliche Trends reagieren. Diese blieben den DDR-Bürgern nämlich keinesfalls verborgen. Durch Werbung in westlichen Medien konnte man sehen, was beim westdeutschen Nachbar gerade schick und angesagt war. Daher entschloss sich die planende Regierung zu Investitionen in die Chemieindustrie und dem Konkurrenzprodukt Dederon.

Die Beinkleider sah die Regierung jedoch nicht als Grundbedarf an. Deshalb waren sie sehr teuer. Manche Esda-Strumpfhosen kosteten bis zu 18 Ostmark. Wer keine Verbindungen nach Westdeutschland hatte und sich Perlon-Strümpfe nicht schicken lassen konnte, musste die hohen Preise entweder in Kauf nehmen oder auf neue Strümpfe verzichten. Einige der Dederon-Produkte (vor allem Einkaufsbeutel und Kittelschürzen) erfreuten sich jedoch so großer Beliebtheit, dass sie noch heute produziert werden und im Online-Handel erhältlich sind. 

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