Der Weltenempfänger „Salut“ als neues besonderes Objekt

 In Allgemein

Ein Schwergewicht hat es ins Museum geschafft, das Kofferradio „Salut“ wiegt 8 Kilo.

Als das Radio 1977 in die Geschäfte der DDR kam, konnte man bereits Kofferradios mit besserer Ausstattung, z. B. einem Kasettenteil kaufen, die viel leichter waren und zudem besser aussahen. Trotzdem war das schwarze Ungetüm mit den riesigen Teleskopantennen beliebt. Das galt vor allem in ländlichen Gegenden und weiter entfernt von der Grenze zur Bundesrepublik, wo der Radioempfang von Westsendern nicht mehr so gut war. Je weiter vom „Eisernen Vorhang“ weg, desto höher also die Salut-Dichte.

Die Empfangsleistung war gut und der Klang ließ sich im wahrsten Sinne des Wortes hören. Der UKW-Empfang hatte sogar einen Rauschhemmer, so dass Rock- und Pop-Sendungen lautstark gehört werden konnten, ohne einen Hörsturz befürchten mussten. Radiosendungen aus der ganzen Welt konnten gehört werden. Da bekam der in seinem Bewegungsspielraum arg eingeschränkte DDR-Bürger durchaus das Gefühl, einen heimlichen Ausflug über Mauer und Stacheldraht machen zu können, ohne sein Leben dabei riskieren zu müssen.

Das Gerät im DDR-Museum Pforzheim stammt aus der St. Marienkirche in Weißenfels, der Haumeister hatte es dort über der Sakristei deponiert. Erstaunlicherweise war der Empfang trotz der dicken Kirchenmauern sehr gut. Mit sechs großen Batterien bestückt war ein von Stromsperren oder willkürlichen Störungen durch die Stasi unbeeinträchtigter Betrieb möglich. Auch im Revolutionsherbst konnten so im vertrauten Kreis Westnachrichten gehört und sich über die neuesten Entwicklungen ausgetauscht werden. Das Schwergewicht aus der Sowjetunion hat sich den Platz als besonderes Objekt im Museum also verdient.

Neueste Beiträge

Beginnen Sie mit der Eingabe und drücken Sie Enter, um zu suchen

Bild: DDR-Museum Pforzheim