Ein „Krebs“ als neue besonderes Objekt

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Krebs“ -Stasi-Mikrofilmbehälter –  ein hochgeheimes transportables und versteckbares Stasiinformationsdepot mit belastendem Inhalt

Dieser Behälter wirkt eher unscheinbar, enthielt jedoch für die DDR-Regierung und den circa 189.000 von 17 Millionen ostdeutschen Staatsbürgern wichtige Informationen. In den sogenannten ‚Krebsen‘ befand sich – auf Mikrofilm gespeichert – eine ‚zusammengefasste Auskunft‘ über ‚Inoffizielle Mitarbeiter‘ (IM) der Staatssicherheit. Anders als die insgesamt 90.000 Hauptamtlichen war ein ‚Inoffizieller Mitarbeiter‘ eine Person, die sich dazu entschlossen hatte als Spitzel konspirativ mit dem Ministerium für Staatssicherheit zusammenzuarbeiten, um ‚die gesellschaftliche Entwicklung von allen subversiven Angriffen des Feindes zuverlässig zu schützen, die innere Sicherheit der DDR allseitig zu gewährleisten und zur weiteren Stärkung der sozialistischen Staatengemeinschaft beizutragen‘.

Name, Alter, Ausbildung, Beruf, Codeworte, Decknamen, Führungsoffizier und auch allerlei den IM belastendes Material fand sich in den ‚Krebsen‘. Die Abteilung XII der Stasi speicherte regelmäßig die Informationen auf Mikrofilm und dafür vorgesehene Filmdosen, die in diesen wasserdicht verschließbaren Behältern deponiert wurden. Im Krisenfall sollten die sensiblen Daten sicher und schnell versteckt werden können: mit Gewichten beschwert unter Wasser oder in der Erde vergraben.

Die Behälter waren ein Symptom der andauernd vorherrschenden paranoiden Angst der DDR-Regierung vor dem Ausbruch eines dritten Weltkrieges. Ein solcher wurde von der ostdeutschen Führung nicht als mögliches Ende der DDR gesehen, vielmehr wurden Maßnahmen für ‚das Überleben für den Endsieg‘ getroffen. Einer dieser Maßnahmen waren die ‚Krebse‘. Auf diese Weise wollte man Informationen über Agentennetze aufbewahren, um auch im Krisenfall handlungsfähig zu bleiben..

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