Plakatausstellung „Freiheit und Zensur“ eröffnet

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In seinem Einführungsvortrag beleuchtete Dr. Andreas Kötzing das Filmschaffen der DEFA in der ehemaligen DDR. Von 1945 bis 1990 produzierte die DEFA. die das Monopol auf Spielfilme hatte, ca 700 Spielfilme und mehr als 10.000 Dokumentationen und Wochenschauen. Dabei war das Verbot – die Zensur – für Filme nach ihrem Erscheinen (12 Filme) wirklich eine Ausnahme gewesen. Die Hauptverwaltung Film (HV Film) im Kulturministerium musste jedes Filmprojekt genehmigen und die entsprechenden Mittel freigeben. Sie konnte deshalb schon frühzeitig die Filmproduktion beeinflussen und selbst während der Produktion noch Korrekturen vornehmen.

Bekannte Filme, die dann doch verboten wurden sind z.B.

  • Kurt Maetzigs Film „Das Kaninchen bin ich“ aus dem Jahre 1964/65,
  • Frank Vogels Film „Denk bloß nicht, ich heule“ aus dem Jahre 1965 und
  • der Klassiker von Frank Beyer „Spur der Steine“ aus dem Jahre 1965/66.

Der Film von Gerhard Klein aus dem Jahre 1957 „Berlin-Ecke Schönhauser“ erlitt, nachdem er die Verbotshürde in der DDR überwunden hatte, das Verbot in der Bundesrepublik und West-Berlin wegen zu negativer Darstellung des Westens.

Die Plakatausstellung mit vielen Details der gesamten Schaffenszeit der DEFA ist im DDR Museum zu den normalen Öffnungszeiten bis Juni 2019 zusehen. Der Eintritt ist frei!

Der Film „Spur der Steine“ wurde im Rahmen dieser Ausstellung am Montag den 1. April vor ca. 30 Besuchern im Kommunalen Kino in Pforzheim gezeigt. Dr. Kötzing sprach zur Einstimmung ein paar Worte und beantwortete nach dem Film die Fragen der Besucher.

Den Film „Berlin-Ecke Schönhauser“, der in dem Halbstarkenmilieu und dem Spannungsfeld zwischen Ost- und West-Berlin spielt, wurde als Schulaufführung vor ca. 25 Schülern der Carlo Schmid Schule Pforzheim am Dienstag, den 2. April um 10 Uhr gezeigt. Dr. Kötzing moderierte die Aufführung gekonnt und souverän.

 

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