Eine Demokratie ist nicht einfach da, und – vor allem – sie bleibt nicht von allein.

 In Allgemein, Museum
Unter diesem Motto fand die diesjährige und zum ersten Mal durchgeführte Fortbildungsveranstaltung der Landesakademie, in Zusammenarbeit mit dem DDR Museum in Pforzheim, statt.
Im Rahmen dieser Reihe werden Hauptschullehrer für den Dienst an Realschulen qualifiziert.
Diese Qualifizierungsreihe wird durch Frau Doktor Schick und dem Realschullehrer Markus Speer, im Auftrag der Landesakademie durchgeführt.
Im Lernort Demokratie wurde in dieser Fortbildung vor allem auf die Grundrechte eingegangen. Die Vergangenheit diente dabei als Ausgangspunkt, um nach vorne zu blicken und unser Verständnis von Demokratie zu hinterfragen.
Der Lernort Demokratie bietet die Chance, offen über aktuelle Probleme und Herausforderungen zu diskutieren.
Er soll auch anregen, sich Gedanken darüber zu machen, welche Möglichkeiten es gibt, sich in unser freiheitlichen Gesellschaft zu engagieren.
Ebenso soll die Aufmerksamkeit geschult werden, Tendenzen zu erkennen,die unserer demokratischen Ordnung gefährlich werden könnten.
Zumal es sich in Europa gerade zeigt, das der Hang zur Kleinstaaterei, zum Populismus und Ausgrenzung wieder hoffähig wird.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Gruppe von Jürgen Gorenflo, der Kontaktperson für (Schul-)Führungen durch das Museum geführt.
Herr Gorenflo erläuterte zunächst die Gründungsgeschichte des Museums.
Dabei ging er vor allem auf die Person von Klaus Knabe ein. Dieser konnte drei Wochen vor dem Mauerbau flüchten.
Anhand seiner Lebensgeschichte, der Drangsalierung aufgrund seines religiösen Bekenntnisses, dem darauffolgenden Berufsverbot, wurde schon der thematische Schwerpunkt der Fortbildungsreihe ersichtlich.
Das Grundrecht auf freie Religionsausübung wurde in der DDR systematisch mit den Füßen getreten.
Obwohl hervorragend qualifiziert, durfte Klaus Knabe sein Studium nicht antreten und musste stattdessen eine Ausbildung absolvieren.
Da er sich von seinem religiösen Bekenntnis nicht abbringen lassen wollte, wurden ihm auch bei der Berufsausübung sämtliche Steine in den Weg gelegt.
So blieb ihm nichts anderes übrig, als mit seiner hochschwangeren Frau die Flucht in den Westen anzutreten.
Diese fand wie erwähnt, drei Wochen vor dem Mauerbau statt.
Anschließend wurden den Teilnehmern die weiteren Räumlichkeiten der Ausstellung nahegebracht. Schwerpunkte legte man dabei auf die Themen „Jugend in der DDR“, „die Grenze“ und „das Ankommen im Westen.“
In den anschließenden Workshops setzten sich die Teilnehmer systematisch damit auseinander, was denn an der DDR demokratisch war.
So wurde der ideale sozialistische Lebenslauf dem anders sein gegenüber gestellt.
Alles was von der sozialistischen Norm abwich, konnte schnell zu Problemen mit dem System führen.
Ein begehrtes Studium rückte so in die unerreichbare Ferne.
Abweichende Normen waren, unter anderem, das Tragen westlicher Kleidung, das Hören westlicher Musik und das Vertreten von christlichen Werten. So wie das bei Klaus Knabe der Fall war.
Im Denken der SED galt diese Einstellung jedoch als „westlich dekadent“ oder „feindlich-negativ“.
In dieser Fortbildungsreihe sollen die angehenden Realschullehrkräfte ihren Schülern die Möglichkeit bieten, sich mit einer menschenverachtenden Ideologie auseinanderzusetzen und den Wert von Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie erkennen zu können. Es soll damit die Bereitschaft gefördert werden, sich für diese Werte einzusetzen.
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