Besuch der Arbeitsgruppe 60+ der SPD im DDR-Museum Pforzheim

 In Allgemein

Beitrag von Elfriede Heeskens:

Wir wurden geführt von Birgit Kipfer, ehemals Mitglied im Landtag Baden-Württemberg, die seit einiger Zeit Vorsitzende der Stiftung „Lernort Demokratie DDR-Museum“ und Sprecherin der Regionalen Arbeitsgruppe „Gegen das Vergessen für Demokratie e.V.“ ist.Die Arbeitsgruppe 60+ der SPD besuchte aus Anlass des Feiertages zur Wiedervereinigung das einzige DDR-Museum in den westlichen Bundesländern, das die Geschichte der deutschen Teilung im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt auf die Geschichte der DDR-Diktatur (1945-1990) darstellt. Es verfügt über eine bedeutende Sammlung von Exponaten aus allen gesellschaftlichen Bereichen der ehemaligen DDR. Mit Hilfe vieler moderner Medien entsteht dazu ein anschauliches und teilweise bedrückendes Bild.

Die gezeigten Exponate, wie zum Beispiel viele Fotos (auch der schrecklichen Mauer), ein Grenzpfahl der DDR, Kalaschnikows, Uniformen der Nationalen Volksarmee, aber auch die der Kindergruppen, Handschellen, Militaria, Fotos von Gefängniszellen und Verhörräumen etwa und vieles andere mehr verursachten uns manchen Schauder, gar Entsetzen darüber, was das System sich ausdachte an Mitteln zur Gehirnwäsche bzw. Gleichschaltung, aber auch an Foltermethoden und Bespitzelungen, um die Bevölkerung einzuschüchtern. Ein perfides Beispiel: So wurden Kinder gebeten, das „Sandmännchen“ des Fernsehens zu zeichnen. Malten die Kinder das „westliche“ Sandmännchen, haben sie verraten, dass die Eltern das verbotene Westfernsehen anschauten. Die Folgen für die Eltern waren schlimm.

Das DDR-Museum Pforzheim versteht sich als Haus für die Erziehung zum demokratischen Bewusstsein. Das museumspädagogische Angebot deckt Themenbereiche ab, die in den neuen Bildungsplänen für alle Fächer und Schularten enthalten sind, wie z.B. Demokratieerziehung, Friedensbildung, Menschenrechte, Vergleich der Systeme BRD/DDR, friedliche Revolution mit dem letztendlichen Erreichen der Deutschen Einheit. Mit diesem Konzept können Schüler (und natürlich alle anderen Besucher) erfahren, wie sich der Alltag in einer Diktatur darstellte mit ihrer Mangelwirtschaft, dem Staatssicherheitsdienst (STASI), Flucht (und Grenze) oder Freikauf von DDR-Häftlingen durch die BRD.

Dieser Ort regt zum Nachdenken über die eigenen Möglichkeiten zum Engagement in einer freiheitlichen Gesellschaft an und schult Kritikfähigkeit gegenüber  Tendenzen, die unsere demokratische Grundordnung gefährden könnten.

Dazu sagte z.B. unser ehemaliger Bundespräsident Dr. h.c. Joachim Gauck:
„Eine Demokratie ist nicht einfach da, und – vor allem – sie bleibt nicht von allein.
Eine lebendige, demokratische Gegenwart braucht das Erinnern an Unfreiheit, Willkür, Missachtung der Menschenrechte in der Vergangenheit genauso wie das aktive Tun in der Zivilgesellschaft von heute. Genau dies lehrt uns das DDR-Museum Pforzheim. Es zeigt uns, dass die Erinnerung an das Unrecht der SED-Diktatur eine gesamtdeutsche Aufgabe ist.“
„Nur mit Euch“ können wir das schaffen. Dieses Motto des Gedenktages 3. Oktober lädt alle Menschen ein, sich immer wieder bewusst zu machen und sich darüber zu freuen, dass sie in einer Demokratie leben. Das DDR-Museum Pforzheim öffnet unseren Blick dafür.

Unsere SPD-AG 60+ war sehr beeindruckt und betroffen durch alle persönlichen Schilderungen und die gezeigten Exponate, und wir empfehlen allen Interessierten einen Besuch in diesem Museum.

DDR-Museum Pforzheim
Hagenschießstr. 9
75175 Pforzheim

Tel. 07231 42 43 340
email: info@pforzheim.ddr.museum
www.pforzheim.ddr.museum

Öffnungszeiten:
Sonntags von 13 bis 17 Uhr
Beginn der Führung um 14 Uhr

Führungen für Schulklassen und Gruppen nach Vereinbarung

 

 

Volker Römer
Dipl. Ing. (FH) Nachrichtentechnik 1. Vorsitzender des Vereins "Gegen das Vergessen" seit 2006.
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